Gesamtliste der Modelle

Unterrichtliche Anregungen

Didaktischer Ort des Modells

Das "künstliche Blatt" läßt sich überall dort im Unterricht nutzen, wo die Regulation des pflanzlichen Wasserhaushaltes eine Rolle spielt, z.B. in Cytologie- oder Ökologiekursen oder entsprechenden Differenzierungskursen der Sekundarstufe I. Empfohlen wird, dieses Thema zunächst konventionell zu bearbeiten, so dass den Schülerinnen anatomische Hintergründe und die wesentlichen Regulationsmechanismen vertraut sind.  Danach besteht die Aufgabe, ein künstliches Blatt so zu konstruieren, das es einfachen Regulationsanforderungen genügt. Sinnvoll ist es dabei, den Aspekt der passiven hydrostatischen Regulation vorzugeben.

Ein erstes Modellblatt
das nicht funktioniert

Zeit Waserzufluß Verdunstung Blatt
0 6

10

100
1 6 10 96
2 6 10 92
3 6 10 88
4 6 10 84
5 6 10 80
6 6 10 76

Für die Simulation benötigt man keinen Rechner, man erkennt schnell, dass dieses ungeregelte Blatt vertrocknen wird

Erste Schritte zur Konstruktion eines künstlichen Blattes können  ohne Rechner erfolgen. Ein einfaches, nicht reguliertes "künstliches Blatt" führt in die Forrester-Symbolik ein und kann an einer Tafel skizziert werden, dazu zählen auch die Quantifizierungen. Die einzelnen Bestandteile des Modells lassen sich im ersten Zugriff zur Anschaulichkeit mit naheliegenden anatomischen Äquivalenten verknüpft werden: Der Wasserzufluß könnte dem Blattstiel und den Blattadern entsprechen, die Verdunstung wird mit den Atemhöhlen des Blattes und den Spaltöffnungen verbunden. Schülerinnen und Schüler fragen in der Regel nach der Bedeutung der Wolke, der Systemgrenze. Während bei der Verdunstung die Bedeutung der Wolke  scheinbar klar zu sein scheint, es ist die das Blatt umgebende Atmosphäre, ist die eindeutig Zuordnung der Wolke im Zufluß schwieriger: Ist es die wasserspeichernde Erde, zählt also Wurzel mit Wurzeldruck noch zum Modell und damit auch noch die Leitbündel? Solchen Fragen enthalten Lernchancen für die Frage, was gehört in das Modell. Da die Antwort so oder auch anders ausfallen kann, wird der Aspekt der Modellkonstruktion hier besonders deutlich.

und eine Weiterentwicklung

Ebenfalls an der Tafel lässt sich dieses Modell weiterentwickeln: Der Wassergehalt des Blattes, hier mit der Zustandsgröße "Blatt" hat Einfluss auf die Spaltöffnungsweite und die wiederum auf die Verdunstungsrate.

Denkbar ist hier zum Beispiel folgende Konstruktion: Die Spaltöffnungen sind bei einer bestimmten Wasserversorgung des Blattes vollständig geöffnet (Zustandsgröße Blatt). Wie müssten nun die Spaltöffnungsweite reguliert sein, um Verdunstung zu verhindern.

Schülerinnen und Schüler können auch über den quantitativen Aspekt der Regulation kritische Aussagen treffen: Was passiert eigentlich, wenn der Wasserzufluß größer ist als die Verdunstung? "Platz" dann das Blatt, weil es durch das Wasser aufgepumpt wird? Modelllösungen sind an dieser Stelle gefragt.

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© Portscheller 11.09.1999